• Esther Greter
  • Hochfeldstrasse 49 • 3012 Bern

Das Gefühls-Dilemma: Wieso uns unsere Gefühle irreleiten können

Wie können wir wahre Intuition und Hirngespinste auseinanderhalten?

Was sind «wahre Gefühle» und wie können wir unsere Intuition stärken, 

damit wir ihr auch vertrauen können?

Wenn immer ich Sätze höre wie «es fühlt sich einfach nicht richtig an.» oder «mein Bauchgefühl sagt mir...»,

dann lacht mein Herz. 

 

Denn die Tatsache, dass wir auf unseren eigenen Kompass zurückgreifen, ist für mich als Coaching und Gefühlsalchemistin großartig. 

 

Doch in letzter Zeit habe ich immer wieder Beobachtungen gemacht, die mich nachdenklich stimmen.

Menschen «haben ein Gefühl» und deuten die ganze Welt danach und machen grosse Geschichten daraus. (Ich übrigens manchmal auch...)

 

Und dann kommt mir immer wieder der Satz von Shantimayi in den Sinn: 

«Die Spiele des Geistes sind unermüdlich.»

 

Ich bin mir sicher, du kennst das.
Geschichten wie diese erlebe ich immer wieder: 

 

Mein Liebster ist in den Bergen. 
Mal wieder eine grosse mehrtägige Tour mit seinen Freunden
(eine der Touren, bei denen ich lieber zu Hause am Kaminfeuer sitze und meine Füsse hochlagere...)

Die Stunden verstreichen und ich höre nichts.

Auch am Abend nicht. 
Wo sie wohl sind.

Ob sie die Hütte erreicht haben...?
Vielleicht....? 
Ich habe da so ein Gefühl...
Und so geht die Story weiter.

Gletscherspalten, Lawinen, Rettungshelikopter... 

sie alle kommen in meiner Bergwelt vor...

 

Bis dann ein Foto auf dem Handy auftaucht...

Mit strahlenden Menschen auf dem Gipfel.

 

Kommt dir das bekannt vor?

Du hast so ein Gefühl.
Bist total überzeugt davon, dass es stimmt und richtig ist.
Um dann zu erfahren, dass alles anders ist. 
und du dir selbst eine total überzeugende Geschichte erzählt hast. 

 

Nun, wie können wir wahre Intuition und Hirngespinste auseinanderhalten?

Was sind «wahre Gefühle» und wie können wir unsere Intuition stärken, 

damit wir ihr auch vertrauen können?

 

Darüber habe ich mir in letzter Zeit den Kopf zerbrochen. 
Und bin auf einen spannenden Ansatz gekommen: 

 

Eine wichtige Grundlage ist das Nervensystem.
Die Polyvagaltheorie unterscheidet 3 verschiedene Zustände des Seins:

1. Im regulierten, entspannten Zustand oder im System der sozialen Verbundenheit schlägt das Herz regelmässig, wir atmen tief und voll, nehmen Gesichter von Freunden offen auf und können unser Gehör auf Gespräche konzentrieren und ablenkende Geräusche ausblenden. Unsere Gedanken sind klar und freundlich. Wir sehen das «grosse Bild» und treten zur Welt und zu anderen Menschen in Kontakt. Man könnte sich in diesem Zustand als glücklich, aktiv, interessiert und empathisch beschreiben. Die Welt ist sicher und friedlich. In dieser Position des ventralen Vagus bin ich mit meinem Erleben verbunden und in der Lage, Herausforderungen zu meistern. Hier sind wir auch fähig, auf unsere Intuition zuzugreifen.

 

2. Wenn wir einen Anflug von Unbehagen spüren, werden wir aktiv und es kommt zu einer Aktivierung des Sympathikus, was zu einer Kampf- oder Fluchtreaktion führt. Typische «Kampf-Handlungen» sind Kritik, Recht haben wollen oder Verurteilung. Unser Herz schlägt schneller, wir atmen kurz und flach, halten in der Umgebung nach Gefahren Ausschau (auch hier muss es nicht mehr der Tiger in der Steppe sein, sondern kann durchaus in Form eines Kommentares auf Instagram daherkommen). Ich lausche, ob Geräusche auf eine Gefahr hinweisen, und überhöre den Klang freundlicher Stimmen. 

In diesem Zustand können wir die Welt als gefährlich, chaotisch und unfreundlich empfinden. Sind wir im Stressmodus, dann entsteht ein Tunnelblick. Wir fühlen uns unruhig und reaktiv, können uns viel weniger in andere Lebenswelten hineinversetzen und wollen einfach nur auf unserem Standpunkt beharren. 

Gedanken wie: «Es wird etwas Schlimmes passieren.» oder «Ich werde versagen» sind hier typisch. Du wirst dich hier schnell im Verurteilen, Kämpfen, Kritisieren und Beschuldigen wiederfinden. 

 

Folgende Symptome können entstehen, wenn wir uns zu oft in diesem Zustand aufhalten.: 

· Konflikte

· Angst

· Panikattaken

·Wut

· Unfähigkeit, sich zu konzentrieren oder etwas zu Ende bringen

·Schwierigkeiten, in Beziehungen zu sein

 

3. Ist der Stress zu hoch, findet das Nervensystem einen letzten Ausweg. Wenn alles andere scheitert und wir uns fühlen, als ob wir in der Falle sitzen und durch Aktivität nichts erreichen können, dann fallen wir in eine «Notabschaltung» oder Dissoziation. Dort bin ich mit meiner Verzweiflung allein und flüchte mich in das Nicht-Wissen, Nicht-Fühlen und fast sogar in eine Empfindung des Nicht-Seins hinein. Du wirst diese Momente sicher kennen, wenn du allein zu Hause bist und dir denkst, dass dich niemand mag und sowieso etwas falsch mit dir ist. Du fühlst dich isoliert, taub und hoffnungslos.

Gedanken wie «Niemand kümmert sich um mich.» oder «Ich werde nie das erreichen, was ich möchte!» sind hier üblich. Prokastination, Überwältigung, mangelnde Motivation bis hin zur Depression sind mögliche Auswirkungen. 

 

Wenn ich im Moment die Welt beobachte, sehe ich sehr viel Kampf, Flucht, Überwältigung und Hoffnungslosigkeit.

Ich sehe Menschen, die auf ihren Standpunkten beharren, keine anderen Meinungen zulassen und andersdenkende Menschen sogar ausgrenzen. 

 

Auch höre ich viele Menschen, die ihre Behauptungen und ihr Wissen mit einem Gefühl begründen.

Nun. Ich, die Gefühlsalchemistin schreie seit Jahren in die Welt: Lernt eure Gefühlswelt kennen, ihr Gefühlsanalphabeten und vertraut ihr! 

Und dennoch habe ich erkannt: Wir dürfen lernen zu differenzieren.

 

Ich persönlich frage mich immer: In welchem Zustand bin ich gerade? 

 

Gestresst und unruhig? Oder gar in der Überwältigung und Hoffnungslosigkeit? 

In beiden Fällen versuche ich erst, mein Nervensystem zu regulieren und innere Sicherheit zu erschaffen, bevor ich meinen Gefühlen vertraue und Urteile fälle oder Entscheidungen treffe. 

 

Denn bin ich entspannt und verbunden, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass ich mit meiner wahren Quelle verbunden bin und ich meinem Gefühl vertrauen darf.

 

Und dennoch: Bevor ich grosse Behauptungen mache, integriere ich gerne auch noch meinen Intellekt. Ich versuche, an Wissen heranzukommen, mit Menschen zu sprechen, die mehr wissen, Recherche zu betreiben usw. 

 

Ich mag hier die Definition von Intuition sehr, die Bas Kast in seinem Buch «Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft.» benutzt. Er sagt, dass die Intuition durch das perfekte Zusammenspiel von Kopf und Bauch entsteht. Dass es also die Schnittmenge von Kopf (Ration, Vernunft, Wissen) und Bauch (Emotionen, Gefühle) ist. 

 

Denn ich weiss: Die Spiele des Geistes sind unendlich, unergründbar und heimtückisch. 

 

Und ich erinnere mich immer an den Satz meiner Freundin. Sie sagte: 

«In einer Auseinandersetzung, frage ich mich immer: 

Will ich recht haben oder in Verbindung sein?» 

Ich habe die Wahl. In jedem Moment neu.

 

Mein Fazit zum Gefühls-Dilemma: 

Gefühle sind Gold und ich wünsche mir, dass wir alle unseren Gefühlen und der Intuition vertrauen können.

Gleichzeitig müssen wir auch genau überprüfen, in welchem Zustand unser Nervensystem gerade ist, denn nur im Zustand der sozialen Verbundenheit haben wir Zugang zu unserer wahren Intuition. In vielen Fällen ist es auch hilfreich, unseren Intellekt einzusetzen und unsere Gefühle mit Fakten zu überprüfen.

 

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