Ihr seid in meinem Herzen, Brüder und Schwestern in Nepal

Ich sitze zu Hause an meinem Küchentisch an einem regnerischen Morgen. Die Welt ist grau. Ich schaue aus dem Fenster und sehe die Schönheit der Natur, die Nachbarhäuser, die Bäume, Blumen, alles ist so perfekt und wunderbar. 

 

Tränen rollen über mein Gesicht. Ich denke an Nepal. Dort, wo kaum mehr ein Haus steht, wo tausende von Menschen gestorben und verletzt worden sind.

Wieso? Wieso geht es mir immer so gut, wieso bin ich in einem Land geboren, das mir manchmal vorkommt wie ein Märchenbuch? Und wieso, wieso in aller Welt, musste das geschehen? 

 

Natürlich weiss ich, dass es dafür viele wissenschaftlich erklärbare Gründe gibt, doch ich suche nach einem tieferen Grund und Sinn auf dieser Welt.

 

So frage ich mich, was kann ich denn tun, um zu helfen?

 

Die grosse Kriegerin in mir würde am liebsten den Rucksack packen und nach Nepal fliegen, um zu helfen.  Doch als Ethnologin weiss ich, dass ich als für solche Katastrophen nicht ausgebildete Helferin keine grosse Hilfe sein würde. Ja im Gegenteil, es wurde berichtet, dass solche Leute, so gut sie es auch meinen, eher eine Last als eine Unterstützung sind in solchen Katastrophengebieten. 

 

Nun, was kann ich also tun? Geld spenden? Ja, wohin denn und an wen? Es wimmelt ja gerade wieder von Anfragen für Spenden. Ich schliesse meine Augen höre auf mein Herz und dieses transportiert mich in eine Erinnerung eines Konzertes mit Ani Choying Drolma, welches ich vor einiger Zeit in Bern erleben durfte. Die wunderbare nepalesische Nonne hat mich damals ganz tief berührt. Sie hat eine ganz schwierige Kindheit mit viel Gewalt und Missbrauch erlebt und ist zu einer unglaublichen inneren und äusseren Schönheit und Weisheit herangewachsen. Und sie hat wunderbare Projekte für Frauen und Kinder in Nepal ins Leben gerufen. (www.choying.com)

 

Und als ich in ihre Musik eintauche, frage ich mich weiter, was kann ich denn wirklich tun?

Ja, Geld spenden, das scheint mir plausibel, aber auch irgendwie zu einfach.

Geld sammeln? Das scheint mir schon etwas zufrieden stellender. Doch tief in mir drin weiss ich, dass das zwar eine super Idee ist und bei der Nothilfe und beim Wiederaufbau unbedingt nötig ist.

 

Ich weiss aber auch, dass es da noch mehr gibt und dass Geld alleine genau so destruktiv wie kreativ sein kann.

 

Wir brauchen Leute mit grosser Erfahrung und vernetztem Wissen und Leute, die Vorbilder sind und selbstlos Projekte auf die Beine stellen ohne Anspruch auf Ruhm und Profit. Wie unsere inspirierende Nonne Ani. 

 

Und wir brauchen Leute, die ihre Herzen öffnen. 

 

Was wir alle schenken können, sind nicht nur materielle Güter, um unser Gewissen zu beruhigen. Eine grosszügige Spende, damit wir die Gedanken an dieses Katastrophe möglichst schnell vergessen und unser Gewissen beruhigen können. 

Was die Leute dort genau so nötig haben, sind unser Mitgefühl, unsere Gebete und unsere Liebe. 

Ich öffne mein Herz voller Liebe für euer Schmerz und Leid, für eure Ängste, Sorgen und Freuden.

 

„Mitgefühl ist, wenn ich dem Schmerz eines anderen mit meiner Liebe und nicht meiner Angst begegne.“

 

So hat es Stephen Levine so wunderbar zusammengefasst. 

 

Wir wollen die Leute wissen und spüren lassen, dass wir an sie denken, mit ihnen fühlen und vielleicht am wichtigsten, dass wir an sie glauben. Wir glauben an sie und wollen sie dabei unterstützen, dass sie ihre Heimat wieder aufbauen und ihr Leben sinnerfüllt weiterführen können.

 

Diese Gebete und die Liebe, mit denen ich mich verbinde, sind keine religiösen Verpflichtungen oder abgehobenes New Age Getue. Nein, es ist ganz einfach die Möglichkeit, dass ich meine Angst überwinde und mich auf einer neuen, tieferen Art mit mir selber und der Welt verbinde. Ich lerne, im Angesicht einer Katastrophe mein Herz offen und rein zu halten, die Augen nicht zu verschliessen, mich aber auch nicht von einer Angst oder Überfürsorglichkeit oder sogar einem schlechten Gewissen führen zu lassen. 

 

Es gibt eine wunderschöne Meditation aus dem Buddhismus genannt Tonglen, die uns dabei helfen kann: Schliesse einfach mal deine Augen und verbinde dich mit all dem Leid, all der Trauer über die verstorbenen Freunde, alle der Freude über gerettete Familienmitglieder, all dem, was sich dort gerade zeigen mag, und atme es in dein Herz ein. Lass all die Empfindungen im unendlichen Raum deines Herzens sich auflösen und sich in allumfassende Liebe und Segen verwandeln. Und atme dann diese Liebe aus und schenke sie der Welt. Und wenn dir das zu schwierig erscheint, versuch einfach mal die Liebe und das Vertrauen in dir zu spüren und dies dann aus deinem Herzen an deine Umwelt zu senden. 

 

Was unsere Welt braucht, sind Menschen mit offenen Herzen und einem tiefen Vertrauen. 

 

Menschen, die die Augen nicht verschliessen und sich nicht vom Strom der Angst und 

Verzweiflung mitreissen lassen. Menschen, die an das Gute glauben und für Veränderung einstehen.

 

Wir glauben an euch, wir fühlen mit euch, wir senden all unsere Liebe und Vertrauen an euch, liebe Brüder und Schwestern in Nepal und überall in der Welt, wo unsere Liebe Heilung schenken kann. 

 

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Komm und singe und bete mit uns für unsere Brüder und Schwestern in Nepal!

 

Benefizsingkreis am Samstag, 9. Mai 2015 um 19 Uhr in der Quelle in Bern (www.die-quelle.ch)

Bringe deine Lieder, Gebete, Instrumente...

 

Der gesamte Erlös der Kollekte geht an die Nun’s Welfare Foundation Nepal von Ani Choying Drolma (www.choying.com)

 

Für Fragen, kreative Ideen und Unterstützung: esther@kaliayoga.ch

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Kommentare: 2
  • #1

    Eli Maurin (Sonntag, 05 Februar 2017 20:29)


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  • #2

    Tasia Truss (Dienstag, 07 Februar 2017 02:09)


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